Zum Inhalt springen
Rebe & Traube

Wein & Essen

Der Airfryer ist kein Sommelier. Aber er kann ein ziemlich gutes Abendessen

Hähnchenschenkel und Kartoffeln aus dem Airfryer für zwei. Mit sicherer Kerntemperatur von 74 °C und einem trockenen Rosé als Begleitung.

3 Min. Lesezeit

Knusprige Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Rosé
KI-generiertes Illustrationsbild

Der Airfryer hat einen erstaunlichen Karriereweg hingelegt. Erst war er ein Gerät für knusprige Kartoffeln, dann sollte er beinahe die gesamte Küche ersetzen. Dabei genügt schon ein gut gemachtes Abendessen als Bewerbung. Hähnchenschenkel mit Kartoffeln sind dafür ideal: Haut, Röstaromen und wenig Abwasch. Was der Airfryer nicht übernimmt, ist die Entscheidung, welcher Wein dazu schmeckt.

Ein trockener Rosé kann hier angenehm vielseitig sein. Er bringt Frische zum Fett, etwas Frucht zur Paprikawürze und meist weniger Tannin als ein kräftiger Rotwein. Aber auch Rosé ist kein einheitlicher Stil. Ein sehr süßer oder alkoholreicher Wein verhält sich anders als ein frischer, trockener Vertreter. Die knusprige Haut braucht keinen Begleiter, der lauter ist als sie.

Das Gerät verkürzt weder die Regeln für Geflügelhygiene noch die Bedeutung der Kerntemperatur. Wir garen die Schenkel auf mindestens 74 °C im dicksten Fleischteil. Nicht am Knochen messen. Farbe, klarer Fleischsaft oder eine hübsch braune Haut ersetzen diese Prüfung nicht. Zwei ganze Schenkel brauchen außerdem Platz; ein kleiner Korb ist keine Einladung, alles übereinanderzustapeln.

Das Rezept: Airfryer-Hähnchenschenkel mit Kartoffeln
2 Portionen · Vorbereitung 15 Minuten · Garen 45 Minuten · Gesamt 65 Minuten

Zutaten
2 ganze Hähnchenschenkel mit Haut, je etwa 250–350 g
400 g festkochende Kartoffeln
1½ EL Olivenöl
1 TL edelsüßes Paprikapulver
½ TL getrockneter Thymian
¾ TL Salz
schwarzer Pfeffer
optional Zitronenspalten zum Servieren

Zubereitung
1. Hähnchen nicht abwaschen. Mit Küchenpapier trocken tupfen und getrennt von den Kartoffeln bearbeiten. Hände, Brett und Arbeitsflächen danach reinigen. Kartoffeln waschen und in etwa 2 cm große Stücke schneiden.
2. Kartoffeln mit 1 EL Öl und der Hälfte des Salzes mischen. Hähnchen mit restlichem Öl, Paprika, Thymian und übrigem Salz würzen. Airfryer nach Herstellerangabe auf 180 °C vorheizen.
3. Kartoffeln 10 Minuten vorgaren. Schenkel in einen ausreichend großen Korb legen, Haut nach oben, Kartoffeln daneben statt dicht darunter. Weitere 25–35 Minuten bei 180 °C garen; Kartoffeln nach der Hälfte vorsichtig wenden. Bei Platzmangel getrennte Durchgänge nutzen.
4. Beide Schenkel im dicksten Fleischteil auf mindestens 74 °C prüfen, ohne Knochenkontakt. Bei Bedarf in 5-Minuten-Schritten weitergaren. Kartoffeln müssen weich sein. 5 Minuten ruhen lassen, pfeffern und servieren.

Was ins Glas passt
Ein trockener Rosé aus einer roten Sorte wie Grenache kann Frucht und Frische mitbringen, ohne das Hähnchen zu beschweren. Die Herkunft ist weniger wichtig als ein ausgewogener, nicht zu alkoholreicher Stil. Paprika und Thymian sollen noch erkennbar bleiben. Bei ungefähr 9–11 °C servieren und dem Wein im Glas etwas Luft lassen.

Die Gewürzmischung ist bewusst mild. Bei scharfem Chili verändert sich die Weinwahl: Alkohol kann die wahrgenommene Schärfe verstärken, und ein sehr trockener Wein wird nicht automatisch angenehmer. Süße Barbecuesauce wäre ebenfalls ein anderer Partner. Hier reichen Röstaromen, Kräuter und ein wenig Zitronenduft. Rosé ist nicht bloß die Sommerausweichlösung zwischen Weiß und Rot; zu diesem Gericht erfüllt er eine konkrete Aufgabe. Alkoholfrei passt ein ungesüßter Eistee mit Zitronenschale. Wer lieber Weißwein trinkt, kann einen frischen, nicht schwer ausgebauten Stil wählen.

Ein Küchenhelfer, der sich lohnt
Ein für den Einsatz geeignetes Einstichthermometer gehört neben den Airfryer. Die Anzeige des Geräts misst die Luft, nicht den Kern des Schenkels. Eine Sonde nur im Gerät lassen, wenn sie dafür freigegeben ist; sonst den Korb herausziehen und messen. Sonde reinigen und zwei Stücke separat prüfen. Ein Hähnchen kann früher fertig sein als das andere.

Knusprig ist eine gute Eigenschaft, sicher gegart die wichtigere. Wenn beides zusammenkommt, hat das Gerät seinen Job gemacht. Der Rosé übernimmt den Rest am Tisch. Ganz ohne App, die ihm einredet, jetzt noch Sommelier werden zu müssen.

Die Weinpost

Guter Wein. Gute Geschichten.

Weiterlesen