Weinreise · Oktober 2026
Von Barbaresco nach Bardolino: Ein halber Liter Hauswein, eine Pizza und die Flucht vor dem Gardasee
Pizza, Hauswein und jede Menge Touristen: Unsere Weinreise führt von Barbaresco nach Bardolino und weiter ins ursprüngliche Etschtal.
2 Min. Lesezeit

Von Stefan Tappert · unterwegs im Oktober 2026
Barbaresco hat etwas, das man nicht kaufen kann: Gelassenheit. Ein kleiner Marktplatz, alte Mauern, eine Kirche und dieser herrliche Blick über Weinberge. Hier läuft die Zeit langsamer. Jedenfalls fühlt es sich für uns so an. Man steht da, schaut und denkt: Eigentlich könnten wir noch bleiben. Aber der Gardasee ruft. Also ziehen wir weiter.
Ein Ortswechsel mit ziemlich viel Publikum
Bardolino empfängt uns an einem sonnigen Oktobertag mit angenehmen Temperaturen – und erstaunlich vielen Menschen. Die Uferpromenade ist voll. Nach der Ruhe von Barbaresco fällt uns das besonders auf. Schön ist es hier, keine Frage. Nur still ist es an diesem Tag eben nicht.
Wir finden eine kleine Pizzeria, bestellen Pizza und einen halben Liter Hauswein. Sechs oder sieben Euro waren es nach unserer Erinnerung; den genauen Betrag können wir heute nicht belegen. Das ist eine Reiseerinnerung aus Oktober 2026, kein aktueller Preis und keine Empfehlung für ein bestimmtes Lokal.
Was kommt, macht uns Freude: ein herrlich frischer, unkomplizierter Tropfen. Ein Wein, der nicht mit Punkten und Auszeichnungen protzen muss. Er steht auf dem Tisch, passt für uns zur Pizza und macht genau das, was wir in diesem Moment brauchen. Nicht jede Weinbegegnung muss eine große Verkostung werden.
Bardolino ist ein Herkunftsname
In Italien heißen viele bedeutende Weine nach ihren Herkunftsorten. Barbaresco, Barolo und Bardolino sind keine Namen einzelner Rebsorten. Beim Bardolino spielen vor allem Corvina und Rondinella eine wichtige Rolle; das Regelwerk erlaubt außerdem weitere Sorten innerhalb festgelegter Grenzen.
Unser Hauswein bleibt allerdings Hauswein: Wir haben keine Flasche oder Herkunftsangabe dazu dokumentiert. Wir machen ihn deshalb im Nachhinein nicht zum bestätigten Bardolino. Einen Bardolino Classico nehmen wir trotzdem noch mit. Welche Flasche das genau war, muss unser Foto- oder Reisebestand noch klären. Eine erfundene Produzentengeschichte braucht dieser Halt nicht.
Weniger Promenade, mehr Begegnung
Nach der Pizza wissen wir: Wir wollen weniger Touristen und mehr Winzer. Also Richtung Norden, hinein ins Etschtal. Berge, Reben, ein Fluss – und plötzlich wieder Ruhe. Für uns ist das keine Rangliste der schöneren Orte. Es ist einfach die Landschaft, in der wir jetzt weiterreisen möchten.
Das nächste Ziel heißt Revena Farm bei Brentino Belluno. Noch wissen wir nicht, dass uns dort ein Rosato und ein unbekannter Rebsortenname beschäftigen werden. Erst einmal verlassen wir die Promenade und folgen unserer Neugier. Manchmal muss man schöne Orte verlassen, um besondere zu finden.
Quellen und Einordnung
Persönliche Reiseerinnerung von Stefan Tappert, ergänzt durch die nachfolgend genannten Quellen. Gespräche, Geschmackseindrücke und damalige Verfügbarkeit sind keine aktuellen Angebote.
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